Auch wir waren dieses Jahr auf der 1. Mai-Kundgebung in der Innenstadt anwesend und haben unseren Forderungen Nachdruck verliehen.

Hier könnt ihr unseren Redebeitrag nachlesen:

Heute feiern wir zusammen den 1. Mai. Der Tag der Arbeit erinnert uns an die Kämpfe der Arbeiterbewegung. Am 1. Mai 1890 wurde in vielen Ländern der Welt für den 8-Stunden-Tag gestreikt. Viele Arbeitsrechte die wir heute haben, wurden damals erkämpft. Verbesserungen unserer Arbeitsbedingungen und Lebensbedingungen mussten schon immer erstritten werden. Unsere Chefs und Vermieter verzichten nicht freiwillig auf ihre Gewinne. Auch daran erinnert uns das heutige Datum.
Diese Kämpfe sind jetzt wichtiger denn je!
Es zeichnet sich ab, dass die Corona-Pandemie zu einer schweren wirtschaftlichen und sozialen Krise führt. Wir müssen uns jetzt wehren. Sonst werden, wie bei den letzten Krisen, die Leute aus der Mittel- und Unterschicht die Kosten tragen. Verdienstausfälle und Arbeitslosigkeit nehmen jetzt schon zu. Die Mietkosten und Lebenshaltungskosten sinken aber nicht.
Um unsere Arbeitsplätze und unser Einkommen zu sichern, hat die Regierung keine bessere Idee, als milliardenschwere Hilfspakete für Unternehmen zu schnüren. Davon kommt bei uns am Ende nicht viel an!
Als Mieterinnen und Mieter dürfen wir jetzt Mietschulden machen, ohne aus der Wohnung zu fliegen. Zahlen müssen wir die Miete später trotzdem noch.
Woran vor der Krise gespart wurde, wird auch jetzt gespart und nach der Krise gespart werden. Die Unternehmen werden weiter gepäppelt. Und an Sozialleistungen und öffentlichem Eigentum wird weiter gekürzt und gestrichen. Das ist ein Sparen an unserer Lebensqualität im Ganzen.

✊ Wir brauchen gute Bildung und Kinderbetreuung
✊ Wir möchten würdevoll versorgt werden wenn wir krank oder alt sind!
✊ Wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern, in der Altenpflege und in vielen anderen Betrieben!
✊ Wir brauchen Sozialleistungen und Renten, von denen wir leben können!
✊ Wir wollen niedrige Preise im öffentlichen Nahverkehr!
✊ Wir brauchen bezahlbare Mietwohnungen in städtischer Hand, in allen Stadtteilen und Wohnungsgrößen. Die Stadt darf hier nicht nach einer Profit-Logik wirtschaften – sowieso und jetzt erst recht!

Was nützt uns eine hart erkämpfte Lohnerhöhung, wenn gleichzeitig die Miete steigt? Was nutzen uns genügend Arbeitsplätze, wenn wir keine Zeit mehr für unsere Freunde oder Familien haben?
Deshalb stehen wir hier zusammen mit den Gewerkschaften und dem Frauen*Streik, um in all diesen Fragen für die Verbesserung unseres Lebens zu kämpfen.
Als Bürgerinitiative für soziales Wohnen fordern wir den kompletten Rückkauf von jenawohnen in städtische Hand. Wir fordern eine am Gemeinwohl orientierte Bewirtschaftung dieser Wohnungen.
Wir kämpfen für den Aufbau einer eigenen Mietervertretung und für Mitbestimmung in allem, was unsere Wohnungen und unser Wohnumfeld betrifft.
Wir fordern jetzt in der Corona-Krise einen Mieterlass statt Mietschulden im Bestand von jenawohnen und bei allen jenaer Genossenschaften. Sie müssen jetzt ihrer Rolle als soziale Akteure auf dem jenaer Immobilienmarkt gerecht werden!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch einen kraftvollen und fröhlichen 1. Mai!