Jenawohnen-Mieter am Allendeplatz fordern faire Bedingungen und Klarheit


Am Allendeplatz in Lobeda-Ost sollen in den nächsten Jahren über 300 Wohnungen kernsaniert werden. Die Mieterinnen und Mieter müssen dafür ausziehen. Und fühlen sich mit ihren Fragen und Anliegen alleingelassen. Nun gehen sie mit ihren Forderungen an die Öffentlichkeit.

Im November letzten Jahres kündigte jenawohnen die umfassende Sanierung der Wohnblöcke am Allendeplatz in Lobeda-Ost an. Bereits für 2021 wurde der Beginn des Leerzugs angekündigt, die Sanierung sollte Anfang 2022 beginnen. Jetzt verschiebt sich der Sanierungsbeginn auf ungewisse Zeit, da Zusagen für Förderung und Baugenehmigungen fehlen.

Dennoch beschäftigt die anstehende Sanierung die Mieter seit einigen Monaten. Wegen der schlechten Informationspolitik am Allendeplatz hat sich die Hausgemeinschaft wiederholt an jenawohnen gewandt. Sie fordern gemeinsam gerechte Bedingungen rund um das Sanierungsprojekt und wollen diese von jenawohnen schriftlich zugesichert bekommen. Es wurde eine Hausversammlung organisiert und ein offener Brief an jenawohnen geschickt, den ein Drittel des Hauses unterzeichnet hat.

Von der Antwort waren die Mieter enttäuscht. Weil sich das Unternehmen bisher gegen jede Zusage sperrt, wenden sie sich nun mit ihren Forderungen an die Öffentlichkeit.

Als allererstes braucht es Transparenz und Planungssicherheit. Die Mieterinnen und Mieter wollen über alle Entwicklungen rund um die Sanierung ihrer Häuser informiert werden.

„Gerade bei so wechselhaften Entwicklungen wie hier am Allendeplatz wäre es wichtig, die Mieter umfassend mitzunehmen. Das passiert leider zu wenig.“

Anwohnerin Antje Lißner.

Wichtig ist den Mietern auch, dass Mietverträge erhalten bleiben, um drastische Mietsteigerungen zu verhindern und einen Rückzug in die angestammten Häuser zu ermöglichen. Auch über die Umstände während der Sanierung haben sie sich Gedanken gemacht. Entscheidend sind für sie angemessene, räumlich nahe Ausgleichswohnungen zu einem fairen Preis. Die Umzüge sollen dabei vom Unternehmen bezahlt werden.

„Die Forderungen in dem offenen Brief waren wirklich nicht überzogen, Bedingungen die zum Beispiel bei der Wohnungsgenossenschaft CarlZeiss selbstverständlich sind,“ sagt uns einer der Unterzeichner, Fabian Schoner.

“Wir hätten es von jenawohnen gerne schwarz-auf-weiß, dass sie diese Standards bei uns einhalten werden. Worte sind da ja geduldig.“

Fabian Schoner

Begleitet und unterstützt werden die Mieterinnen und Mieter von der Bürgerinitiative für soziales Wohnen in Jena. Die Initiative setzt sich für einen fairen Umgang mit Mietern ein und möchte die Mietpreissteigerungen in Jena bremsen. „Wir haben eine ähnliche Situation schon in der Ziegesarstraße begleitet,“ sagt Tamara Schindler von der Initiative, “dort haben wir gemerkt: Je schlechter sich Leute auskannten, desto unzureichender waren die Bedingungen des Umzugs oder der neuen Wohnung. Das kann bei einem städtischen, sozial ausgerichteten Unternehmen in meinen Augen wirklich nicht sein.

“Ein weiterer Kritikpunkt der Bürgerinitiative ist, dass die geplanten Sozialwohnungen am Allendeplatz nach der Sanierung teilweise fast doppelt so viel kosten sollen wie jetzt. Mieter mit altem Mietvertrag zahlen am Allendeplatz zur Zeit teilweise 3,40€/m², in den Sozialwohnungen soll die Miete bei Neuvermietung dann 5,90€/m² betragen.

„Da werden Sozialwohnungen mit Förderung vom Land gebaut und dafür wird noch billiger Wohnraum vernichtet, das kann ja wohl nicht Sinn der Sache sein,“ kritisiert Lorenz Grischek von der Initiative. Die Bürgerinitiative unterstützt auch die Forderung der Mieter vom Allendeplatz nach einer schriftlichen Absichtserklärung von jenawohnen. „Anders geht es nicht, das zeigt leider unsere Erfahrung,“ schließt Tamara Schindler.


4 Antworten zu “Jenawohnen-Mieter am Allendeplatz fordern faire Bedingungen und Klarheit”

  1. uns macht es Jena Wohnen in der Schlegelstr.3 genauso.Angeblich wegen Käfferbefall.Einige Mieter mussten ihre Wohnug schon verlassen.Ein Desaster für ältere Menschen.Der Block wurde schon etwa vor 11 Jahren saniert und Käffer hat noch keiner gesehen.An ein Gutachten von Jena Wohnen kommt man auch nicht dran.Rückzug nach Sanierung wird uns verwehrt.Da kann man sich ja schon denken,was mit diesen Block geschehen soll.Erst haben Sie geschrieben bis 31.12. müssen alle raus,wie es weiterläuft erfärt man von Jena Wohnen nicht.Ich lebe jetzt mit Depression hier.Gegen diesen Schädlingsbefall -angeblichen-wurde nichts gemacht.Vorschläge von Mietern wurden ignoriet.Ich hätte da ja eine Bitte. Können Sie da mal recherchieren und dies auch im Wunsch der noch verbliebenen Mieter öffentlich machen.Jena Wohnen hat mit diesem Block etwas anderes vor.zulasten der wirklich noch hinterbliebenen Mieter.Die Leute sind ganz einfach fertig.man kann ja nicht einmal alle seine Möbel mitnehmen-Können nicht erwämt werden,damit Jena Wohnen das Argument hat -Schädlingsbefall-. Solitarität von mir und meinem Umfeld für die Mieter am Allendeplatz.Ich hoffe auf Sie,mit freundlichem,Gruss,P. Bitte machen Sie die Schlegelstrasse 3 mal öffentlich.

    • Die Bürgerinitiative für Soziales Wohnen Jena kann sich den Begriff “Solidarität“ groß auf ihre Fahnen schreiben.
      Sie setzen sich für die Menschen ein, die es ohne hin schon sehr schwer haben Fuß zu fassen.
      Nicht nur das Allerweltsproblem mit diesem “Covid19“ macht uns alle sehr zu schaffen, jetzt sollen Menschen auch noch ihr Zuhause am Salvador-Allende-Platz verlieren wegen Habsucht?
      Und das ist kein Einzelfall, auch in der Ziegesarstraße verloren die Menschen ihr Zuhause.

      Alle schlechten Dinge sind natürlich 3, und somit ist auch die Schlegelstraße 3 davon betroffen.
      Hier verlieren die Menschen ihr Zuhause wegen einer angeblichen Käferplage, so laut der Stadtteilzeitung Lobeda Nummer 277 – 23. Jahrgang.
      So werden die Mieter dieser Straße stigmatisiert und öffentlich an den Pranger gestellt.
      Natürlich verwendet man hier auch die Gleiche Masche mit diesen Sanierungsarbeiten um alle Mieter herauszubekommen.
      Die Schlegelstraße 3 ist ein fallender Stern da ein Wiedereinzug nach der Sanierung nicht stattfinden soll.
      Somit geht man mit den Existenzen der Mieter um, sie werden einfach durch Habsucht wie ein FriXion Stift wegradiert.
      Die Möbel aller Mieter sollen durch ein Wärmezelt bedampft werden, sein Eigentum überlässt man Drittpersonen. (Umzugsunternehmen)
      Stimmt ein Mieter dieses Vorhaben nicht zu, so bekommt er keine neue Wohnung mehr!
      Doch eine Offenlegung der Gutachten durch diese “angebliche Käferplage“ liegt kein Mieter hervor, und auf Anfragen versperrt sich jenawohnen völlig.
      Und so müssen die Mieter der 4. Etage seid August 2020 wie auf einer Baustelle wohnen/leben, und andere werden durch ein Sozialmanagement Mitarbeiter von jenawohnen mit einem unmoralischen Verhalten schikaniert und belächelt.
      Es ist eine Art von Einschüchterung, Diskriminierung und Belästigung wie jenawohnen auf die Mieter
      einwirken möchte!
      Es hat natürlich Auswirkungen auf unser Leben und unser Zusammenleben, gerade die älteren Mieter haben besonders schwer damit zu kämpfen.

      Natürlich ist eine Sanierung nichts Schlechtes, aber wenn dabei Menschen leiden, und die Rechte werden mit Füßen getreten, dann muss hier dringend ein Umdenken stattfinden.
      Das fragwürdige Verhalten von Jenawohnen deutet eher auf Habgier hin, als auf Verständnis und Menschlichkeit. “Vor Klugheit und Wissen kommt Toleranz und Güte!“

      “Wir hätten es von jenawohnen gerne schwarz-auf-weiß, was mit der Schlegelstraße wirklich passiert?“
      Wieso man die Mieter hier ohne jeglichen Respekt schlecht behandelt!
      Gerade von diesem Sozialmanagement Mitarbeiter, der den Begriff “sozial“ völlig falsch interpretiert.
      Und wieso man die Mieter unter Zwang setzt auszuziehen, ohne Wiederkehr, und ohne Gründe, die das widerlegen, was hier abgezogen wird!

      Das Ganze vorhaben, ist weder zwischenmenschlich, noch nachvollziehbar wieso man hier Wohnungen zerstören möchte!!! Nur für Profit???

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